Armeler Hof
In den Güterverzeichnissen der Abtei Werden beginnt durch die Erwähnung des Armeler Hofes (Armbugila) indirekt die Bottroper Stadtgeschichte. In dem um 1150 geschriebenen Liber privilegiorum major ist nachzulesen, daß Thiathild dem Abtei in Werden den Hof geschenkt hat. Das Anwesen selbst ist wohl vor 900 entstanden. Erstmalig genannt wird der Hof um 910.
Die Abtei in Werden ließ den Hof durch Ministeriale verwalten. Die dazu bestellten von Arenbögel wirtschafteten den Hof herunter, so dass das Anwesen von den Brüdern Heinrich und Rabode von Arenbögel 1357 an Rutger von Galen verkauft werden musste. Letzterer war ein Schwiegersohn von Dietrich von Vondern (Burg Vondern). Nach der Einheirat in die Familie von Vondern erwarb Wessel von Loe 1422 die Burg Vondern und den Armeler Hof. Bis 1815 verblieb der Armeler Hof bei den jeweiligen Aufsitzern der Burg.
Beide Anwesen gingen 1707 an den Grafen Nesselrode-Landskron. Die Rechte an der Burg Vondern und dem Armeler Hof gingen 1776 an die Linie Nesselrode-Reichenstein über. Durch die Auflösung der Abtei in Werden 1803 belehnte der Rechtsnachfolger, der Herzog von Arenberg, den Grafen Nesselrode-Reichenstein neu. Die mittelalterlichen Rechte am Hof wurden 1815 abgelöst, so dass jetzt von Eigentum im heutigen Sinne gesprochen werden kann. Später war der Landrat Carl Devens (gestorben 1849) Eigentümer des Hofes. Es folgte dann Johann Demond, der erste Bottroper Posthalter.
Johann Demonds Witwe verkaufte 1870 den Hof an Heinrich Dickmann. Von 1875-1877 (vermutlich 1875) bis 1884 war der Hof Sitz der Firma Frau August Dickmann GmbH. Von 1884 bis ca. 1892 war das Anwesen wieder im Eigentum der Witwe Demond. Diese verkaufte dann ca. 1892 je zu 1/4 an die Firma Frau August Dickmann GmbH, Johann Brinkmann, Gerhard Kleinefenn und Franz Storp. Die Vier brachten 1898 den Hof in die Westfälische Sandgräberei GmbH ein.
Bis 1929 gehörte der Armeler Hof, genauso wie das Haus Hove, zur Stadt Osterfeld. Durch Eingemeindung Osterfelds nach Oberhausen kam Vonderort nach Bottrop.
Das Anwesen ließ die Westfälische Sandgräberei GmbH am 12.11.1974 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die zuletzt stehenden Gebäude waren 1898-1899 von dem genannten Unternehmen errichtet worden.
Heute erinnert nur noch ein Gedenkstein an den Armeler Hof.

Armeler Hof
Das Hauptgebäude war 1898/99 von der Westfälischen Sandgräberei GmbH erbaut worden.

Das um 1150 geschriebene Liber privilegiorum major.

© Heinrich Bahne
Armeler Hof kurz vor dem Abriss

Lage des Armeler Hofes (weißes Hütchen)